Am nächsten Sonntag finden die Wahlen für das Europäische Parlament sowie für die Gemeindevertretungen, Bürgerschaftswahlen in Bremen und Ortschaftsräte in Baden-Württemberg statt. Die Bürgerinnen und Bürger verteilen mit ihrer Stimmabgabe Macht auf Zeit.

Jede Volksvertreterin und jeder Volksvertreter kann nur ein Mandat wahrnehmen, wenn es ihm auch vom Souverän verliehen ist. Dies ist das Prinzip der repräsentativen Demokratie. Dieses im Grundgesetz verbriefte Wahlrecht ist unser höchstes Gut, denn es garantiert unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Gerade in Wahlzeiten hört man immer wieder Sätze wie, „was kann ich mit meinem Kreuz bewirken“ oder „die da oben machen doch, was sie wollen“. Diese Worte sind oft Ausdruck von Resignation, weil politische Entscheidungen auf die lange Bank geschoben werden, Fehlentscheidungen getroffen werden, oder einfach Beschlüsse gefasst werden, die als ungerecht oder nicht zielführend gewertet werden. Die Tatsache geschuldet, dass jede Bürgervertretung, egal ob Ortschafts – bzw. Gemeinderat, dem Wähler rechenschaftspflichtig ist.

Bis 1989 waren Bürgerinnen und Bürger der damaligen DDR von freien und geheimen Wahlen ausgeschlossen. Der Wunsch nach Demokratie ebnete den Weg zur Wiedervereinigung. In vielen Ländern auf unserer Erde haben Menschen kein freies Wahlrecht und müssen sich der Despotie und Diktatoren unterordnen.

Das allgemeine, freie, geheime, unmittelbare und gleiche Wahlrecht Ist somit eines unserer kostbarsten Güter unseres Gemeinwesens. Nützen wir es.